
‚Hab Mut, steh auf!‘
Mutig sein… etwas, was spätestens in der Pubertät von einem gefordert wird – die berühmt-berüchtigte Mutprobe ist da schon fast sprichwörtlich. Doch was hat dies mit meinem Glauben zu tun? Zumindest in Deutschland wird man im 21. Jahrhundert schlimmstenfalls mit Spott und Häme bedacht… vielleicht erfolgt ein mitleidiger Blick, doch den Löwen wird man (im wörtlichen Sinne) schon lange nicht mehr zu Fraß vorgeworfen!
Doch vielleicht ist es genau das, was viele zucken lässt: im Zeitalter der ‚Social Media ‘ erlangt Mobbing eine völlig neue Dimension! Man will doch beliebt sein und gefeiert werden… wie schnell verrät man da seine Ideale, hängt sein Fähnchen nach dem Wind und folgt dem Mainstream; von postfaktischen Wahrnehmungen und alternativen Fakten einmal abgesehen! Bevor man selbst Opfer wird, haut man lieber mit auf andere…
…und genau DAS ist das Gegenteil von dem, was unser Glaube lehrt – die einschlägigen Stellen lassen sich schnell auflisten und unendlich fortschreiben – eine Auswahl:
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. (Mt 5,6)
Ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurück erhoffen könnt. (Lk 6,35a)
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Mt 22,39b)
Wir müssen als die Starken die Schwäche derer tragen, die schwach sind, und dürfen nicht für uns selbst leben. (Röm 15,1)
Einen Fremden sollst du nicht ausbeuten. (Ex 23,9)
Ist nicht das ein Fasten, wie ich es wünsche: die Fesseln des Unrechts zu lösen. (Jes 58,7)
Das Schlimme dabei ist, es sind altbekannte Weisheiten und Mahnungen, die sich auch noch nachweislich bewährt haben. Gleichwohl ist die Praxis mehr als herausfordernd: sich dafür aus der Deckung zu wagen und Farbe zu bekennen ist nicht einfach! Wie kann da ein erster Schritt gelingen?
Grundlage ist an erster Stelle die Zusage Gottes: Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
(Mt 28,20)
…und: ER hat uns zuerst geliebt (vgl. 1. Joh 5,3)
Auch sollte man sich nicht überfordern – die berühmte Pfadfinderlosung ‚Jeden Tag eine gute Tat‘ beschreibt genau das: wir müssen nicht auf einen Schlag die ganze Welt retten, sehr wohl aber das tun, was UNS zu tuen möglich ist – und sei es nur jeden Tag (mindestens) eine kleine gute Tat! Sehr wichtig hier: was ‚UNS möglich‘ (!) ist – Paulus beschreibt dies in dem Bild des einen Leibes mit den vielen Gliedern (1. Kor 12,12-30): Nicht alle können alles, gleichzeitig kann keiner nichts. Wenn jeder tut, was er kann, ist für alle gesorgt! Am Ende bleibt ‚nur‘ das Problem: einer muss mal anfangen… Jesu Vorbild hin oder her!
Unvergesslich für mich in dem Zusammenhang das Lied ‚Mut‘ von Alexa Feser– darin der Kehrvers:
‚Mut ist, wenn du mit der Angst tanzt,
Das was du nicht ganz kannst, trotzdem versuchst
Mut ist, wenn du wieder aufstehst
Pflaster auf die Haut klebst und weiter suchst‘ (Mut - Alexa Feser/Producers Dirty Dasmo & Mania/ © 2018)
Was für ein Bild: mit der Angst TANZEN… sich spielerisch der Herausforderung stellen… auf Augenhöhe… dem Gegenüber NICHT auf die Füße treten… führen und geführt werden… im Schwung Sprünge schaffen… Formationen beschreiben, die vorher unmöglich schienen… und dabei auch noch eine gute Figur machen, andere begeistern und selbst Freude haben!
Natürlich: Mut ist eine ‚Antwort, die schmerzen kann‘… oft muss man wieder ‚von vorne anfangen‘ – gleichzeitig kann sie großartiges vollbringen: anderen ins (unrechte) ‚Wort fahren‘, ‚andere vorlassen‘ und selbst das Risiko tragen – unabhängig davon, ob jemand mitzieht: Mut lässt mache ‚Schranke im Kopf zerbrechen‘! (vgl. ebd.)
Der Glaube kann an dieser Stelle eine unglaubliche Quelle von Mut und Kraft sein! –
Hierzu singt Andie Weiss (Mein Ziel - Andie Weiss / © 2022)
Und ich lauf so weit ich kann. Seh so weit ich will.
Denn der Himmel steht mir offen. Weil ich Himmel in mir fühl.
Du bist mein Ziel, meine Leidenschaft; du bist mein Weg; du bist meine Kraft
und ich suche dich, lauf auf dich zu. Lass alles hinter mir, du bist hier Du bist mein Ziel.
Auch hier wird in dem Lied klar, dass sich der Weg nicht einfach so von allein ergibt:
‚Noch ist hier nichts perfekt. Ich bin auf der Suche‘…
‚Ich verstehe deine Wege mit mir, nur im Blick zurück‘. Aber ‚Leben muss man vorwärts gehen‘…
Dennoch geht es: ‚Ich steck mir neue Ziele – oh voller Leidenschaft – was gestern war, das stört nicht mehr‘…(vgl. ebd.)
Man kann es ‚Mut‘ nennen… vielleicht aber auch ‚Gottvertrauen‘ und die daraus resultierende ‚Gelassenheit‘ – wie schrieb Paulus: ‚Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen‘! (Röm 5,3b-5a)
Noch leichtfüßiger hat es Giovanni Don Bosco auf den Punkt gebracht: ‚Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!‘
In diesem Sinn uns allen – nicht nur, aber auch bei der Wallfahrt – einen kraftvollen Aufbruch, der uns viel Mut für den Alltag schenkt!
Ihr Daniel Wenzel, Pfr.
Wallfahrt: Samstag, 09. Mai 2026
5:00 Uhr Hl. Messe mit Reisesegen in St. Josef Donnerberg
6:00 Uhr Auszug der Prozession
7:00 Uhr Abfahrt des Pilgerbusses ab Willy-Brandt-Platz
St. Markus, Mausbach 7:45 Uhr Abmarsch über Gottfriedskreuz zum Bußkreuz am
Pfarrheim Kartoffelbaum
Vor Vossenack Sammlung für die Hilfsprojekte
Vossenack 12-13 Uhr Pause im Sportlokal Rüttgers
Kommerscheidt 14:00 Uhr Abmarsch Richtung Schmidt
Heimbach 16:00 Uhr Sammeln aller Pilger am Sportplatz Heimbach
16:30 Uhr Einzug anschließend Andacht in St. Salvator
1,5 Stunden nach Ende der Andacht: Abfahrt des Busses nach
Stolberg ab Busparkplatz ca. 18:30 Uhr
Gepäckbeförderung: mit dem Bus pro Gepäckstück 3,00 €
Fahrpreis: Hin- und Rückfahrt Erwachsene jeweils 8,00 €; Teilstrecke 3,00 €;
Kinder bis 14 Jahre kostenlos
Information: Bei Sebastian Püttgen und Team
Tel. 0174/9992813 oder E-Mail: heimbachpilger@kgst-lucia.de
Dankmesse: voraussichtlich am 13.06.2026 Dankmesse
für die Lebenden und Verstorbenen Pilgerinnen und Pilger der Heimbach-Bruderschaft
Kirche und Uhrzeit sind dann dem Pfarrbrief und den Aushängen zu entnehmen!